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Wer gut mit Pferden umgehen kann...

... der hört sie sprechen.
Wer sehr gut mit Pferden umgehen kann, der hört sie flüstern.
Aber wer nicht mit Pferden umgehen kann, der hört sie nicht einmal schreien."

Ein Pferd, das unter Schmerzen oder anderen Beschwerden leidet, hat eigentlich schon genug Probleme. Wenn es dann auch noch an einen Menschen gerät, der zur letzt genannten Kategorie gehört, dann wird seine Not noch viel größer. Es geschieht sehr oft, dass Pferde missverstanden werden.
Betrachtet man den Körper eines Pferdes, so erscheint dieses Tier wie geschaffen zum Reiten und Kutschfahren. Sein Rücken bietet Platz für einen bequemen Sattel, ja, weist sogar eine leichte entsprechende Vertiefung auf, seine Kraft reicht aus, locker eine Kutsche zu ziehen. Die Beine sind kräftig genug, zusätzliches Gewicht zu tragen, und Halfter und Trense halten problemlos am Pferdekopf.
Tatsächlich ist jedoch kein Tier dafür geboren, zusätzliches Gewicht zu tragen oder eine Kutsche zu ziehen. Erst recht bringt es keine natürliche Veranlagung dazu mit, menschliche Kommandos ohne entsprechende Vorbereitung zu verstehen.

Wenn ein Pferd geritten oder gefahren werden soll, muss es das erforderliche Training erhalten.
Es muss die gemeinsame Sprache lernen, die zur Verständigung zwischen Mensch und Pferd entwickelt wurde, und es muss eine Art Rückenschule durchlaufen, um zu einer Ökonomischen Traghaltung zu finden und genug Kraft zu entwickeln, um eine Kutsche zu ziehen. Das alles lernt ein Pferd idealerweise während der Phase des Anreitens oder des Fahrtrainings. Der Reiter und Kutschfahrer muss sich später immer wieder an diese Dinge erinnern. Reiten und Fahrern ist stets eine aktive Handlung - kein sich mitnehmenlassen. Nur wenn Reiter-, Fahrer und Pferd die nötigen Techniken beherrschen, ist Harmonie möglich.

Link: Vitametik-Hartmann