Was ist Westernreiten?
Was ist Westernreiten?
Westernreiten ist eine Form des Reitens, die Ihren Ursprung in Nord und Südamerika hat, und von den Cowboys betrieben wird.
Beim Westernreiten werden die Pferde speziell auf die hohen Anforderungen und ihre Reitweise gezüchtet. Bevorzugt werden Pferde mit einer Höhe von 150 cm und einem kurzen Rücken. Quarter, Paint´s und Appaloosas sind wohl die bekanntesten Westernpferde. Jedoch sind andere Pferde ebenfalls in der Lage, Westernreiten zu erlernen. In Deutschland, hat sich der Haflinger einen guten Namen unter den Westernreitern gemacht.
Typisch für das Westernreiten ist der Westernsattel mit speziellem Sattelhorn, einer breiten Sitzfläche mit hohen hinterem Rand. Die Steigbügel sind lang und bequem, was die Arbeit im Sattel sehr angenehm gestaltet. Neben der Bequemlichkeit bietet der Sattel auch eine große Sicherheit bei schnellen Wendungen.
Western Pleasure ist eine Disziplin des Westernreitens. Hier geht es um das Erscheinungsbild des Pferdes in allen drei Grundgangarten. Es sollte sich elegant und gelöst bewegen und präzise auf minimale Hilfen reagieren. Es muss extrem durchlässig und die Bewegungen fließend sein. Es darf dem Pferd der ausgeprägte Schwung, die Balance und die Motivation nicht fehlen. Eine Prüfung besteht aus verschiedenen Aufgaben. Darunter fallen die Grundgangarten Schritt (Walk), Trab (Jogg), Galopp (Lope) und das Rückwärtsrichten (Backup)
Die „Dressur“ des Westernreitens nennt man Reining. Die Pferde müssen sehr gut ausgebildet sein, da sie schwere Aufgaben durchführen müssen. Zu diesen Aufgaben gehört der Sliding Stop (eine Vollbremsung auf der Hinterhand aus dem Galopp), schnelle Spins (schnelle 360° Drehung) und die Roll-Backs (180° Wenden auf der Hinterhand). Man braucht für diese Aufgaben ein ausgeglichenes, zuverlässiges Pferd. Die Aufgaben haben ihren Ursprung beim Treiben von Kuhherden. Das Reining reitet man durchgehend im Galopp.
Western Horsemanship ist eine weitere Disziplin des Westernreitens. Hier wird der Reiter auf Hilfen, den Sitz und die Kontrolle über das Pferd geprüft. Die Prüfung besteht zu 80% aus Individuellem Aufgaben und zu 20% aus Gruppenarbeit (Arbeit auf dem Hufschlag, sog. Railwork)
Beim Trail müssen die Pferde einen Parcours mit mindestens sechs Hindernissen bewältigen. Wichtig ist dabei Nervenstärke und gegenseitiges Vertrauen von Pferd und Reiter. Der Reiter muss geschickt das Pferd durch den Parcours lenken und diverse, ungewöhnliche Hindernisse, wie eine Schwenktüre öffnen und durchreiten. Brücken, Pfeiler und Sprünge sind weitere Bestandteile der Prüfung. Ein gutes Pferd muss unerschrocken jedes Hindernis bewältigen.
Cutting ist die Arbeit mit Rindern. Der Reiter hat zweieinhalb Minuten Zeit in eine Herde zu reiten, zwei Tiere (eines nach dem anderen) von der Herde zu trennen. Die Pferde bewegen sich dabei sehr schnell und athletisch. Die besten Pferde haben den “ Cow Sense”. Sie können die Bewegungs-muster des Rindes erahnen und innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde darauf reagieren. Cutting Pferde sind imposante und teure Pferde.
Working ist eine „Dressur“ Aufgabe. Danach wird ein Rind in ein Rechteck verbracht. Es muss von Pferd und Reiter unter Kontrolle gebracht werden. Die Zeit für die Aufgabe beträgt zwei Minuten. Das Rind muss mehrmals die lange Seite des Rechtecks hoch und runter getrieben werden. Dabei ist es wichtig, das Rind an das Westernpferd zu gewöhnen, denn zum Schluss muss der Reiter mit Hilfe des Pferdes das Rind in die Mitte der Parcours treiben und es in einer Acht bewegen.